"Hundemüde"- so schlafen Hunde

Schlafender Hund

„Hundemüde“ ist man, wenn man dringend Schlaf benötigt. Woher kommt dieses Sprichwort? Schlafen Hunde tatsächlich so viel? Was wissen wir über das Schlafverhalten der Hunde? Wir haben nachgeforscht.

Tatsächlich haben Hunde ein sehr großes Schlafbedürfnis, was sich mit der Aussage „hundemüde sein“ in unseren Sprachgebrauch eingeschlichen hat. In der Regel passen sich Hunde mit ihren Schlaf- und Wachzeiten dem Tagesablauf ihrer Menschen an. Ihr Schlafverhalten unterscheidet sich dennoch deutlich von unserem.


Wieviel Schlaf benötigen Hunde?

Je nach Alter und Rasse schlafen Hunde bis zu 20 Stunden am Tag. Welpen und ältere Hunde haben sogar ein Schlafbedürfnis von bis zu 22 Stunden. Wir Menschen hingegen benötigen in der Regel 7-8 Stunden Schlaf. Einen Großteil ihrer Ruhezeit verbringen Hunde dabei in einer Art Halbschlaf. Sie dösen mit geschlossenen Augen vor sich hin, sind aber sofort hellwach, wenn z.B. die Leckerchentüte knistert.


Welche Schlafphasen gibt es?

Das Schlafverhalten von Hunden lässt sich in vier Phasen unterteilen. Die Einschlafphase mit noch leicht angespannter Muskulatur und langsameren Augenbewegungen geht in die oben beschriebene Leichtschlafphase über. Dabei wird die Atmung ruhiger und die Körpertemperatur sinkt etwas ab. Äußere Reize lassen den Hund jedoch sofort hochschrecken. Es folgt die Tiefschlafphase mit verlangsamtem Herzschlag und langsamerer Atmung. Reaktionen sind weitestgehend heruntergefahren, die physiologische Regeneration beginnt. Wie wir Menschen durchleben auch unsere Hunde eine Traumphase, den sogenannten REM-Schlaf (REM = Rapid-Eye-Movement). Forscher vermuten, dass hier wie bei uns Menschen Erlebnisse im Traum verarbeitet werden. Entsprechend des Namens können wir unbewusste, schnelle Bewegungen der Augen unter den geschlossenen Augenlidern beobachten, verbunden mit starken Körperzuckungen und Bell-, Winsel- oder Knurrgeräuschen.

Bei Menschen wiederholt sich dieser Zyklus von Tief- und REM-Schlaf insgesamt ca. 4-5 Mal in der Nacht bei einer durchschnittlichen Zeitdauer von jeweils 100 Minuten. Unsere Hunde durchlaufen diese Schlafphasen viel schneller, und zwar innerhalb von 20-25 Minuten. Hunde schlafen also über den Tag verteilt häufiger, aber meistens nicht so lange. Sie sind sogenannte polyphasische Schläfer. Das bedeutet, sie benötigen mehrere kurze Nickerchen pro Tag. „Grundsätzlich versuchen sie, möglichst viel Energie zu sparen und unnötige Aktivitäten zu vermeiden. Daher können sie binnen Sekunden einschlafen. Ebenso schnell werden sie wieder hellwach. So können sie sofort reagieren, sobald es nötig ist.“ (Zitat: veto-tierschutz.de)

Dieses Schlafverhalten war für die freilebenden Wolfsvorfahren überlebenswichtig und ist bei unseren Hunden im Genpool verankert.


Warum sind regelmäßige Ruhezeiten wichtig?

Um gesund und vital zu bleiben, benötigt jeder Hund seine täglichen Ruhephasen zwischen den Aktionsphasen, um sich zu regenerieren.

Sehr unruhige Hunde oder Welpen brauchen oft Hilfestellungen von uns Menschen und müssen lernen, wann es Zeit fürs Ausruhen auf dem eigenen Schlafplatz ist. Forscher fanden heraus, dass Hyperaktivität oft nicht nur rassebedingt ist oder durch mangelnde Auslastung entsteht, sondern auch ein Zeichen von Übermüdung sein kann. Hier gilt es, keine weitere „Action“ anzubieten, sondern den Hund aktiv an Ruhephasen zu gewöhnen. Ansonsten können negative Verhaltensveränderungen und unterschiedliche, ernsthafte Erkrankungen drohen, die durch einen ständig erhöhten Stresslevel bedingt sind.

Tierschutzhunde, die sich gerade im neuen Zuhause eingewöhnen, haben oft in dieser Zeit ein deutlich erhöhtes Schlafbedürfnis. Sie benötigen viele Ruhephasen, um ihren oft durch das vorherige Leben bedingten, erhöhten Stresshormonpegel herunterzufahren und sich insgesamt zu regenerieren. Viel Rückzug und Schlaf können hier also ein gutes Zeichen sein.

„In Studien haben Hunde bei verschiedenen Lern-Tests besser abgeschnitten, wenn sie gut geschlafen hatten. Nimmt die Schlafmenge ab, verlangsamt sich auch das Lernen. Schlafmangel führt nicht nur zu Lernschwierigkeiten, sondern erschwert auch die Regulierung von Emotionen, was eine mangelnde Impulskontrolle oder gar Aggressivität zur Folge haben kann.“ (Zitat: blendivet.de)

Auch nach dem Fressen muss es eine ritualisierte mindestens einstündige Ruhephase geben, um das Risiko einer Magendrehung zu verringern.


Gibt es Schlafstörungen bei Hunden?

Es gibt erblich bedingte Erkrankungen, die entweder mit zu wenig Schlaf, einer Schlafapnoe (Brachyzephale Rassen, z.B. Bulldoggen oder Möpse) oder einem plötzlich auffällig erhöhten Schlafbedürfnis einhergehen. Hier sollte ein Tierarzt konsultiert werden, ebenso bei plötzlich auftretender Nachtaktivität des Hundes und gleichzeitig nachlassender Tagesaktivität.


Welche Schlafpositionen nehmen Hunde ein?

Die Schlafpositionen der Hunde sind so vielfältig wie ihr Aussehen und können dem Betrachter auch etwas über das momentane Befinden des Vierbeiners erzählen. Es gibt:

  • Seitenschläfer: liegt entspannt auf einer Seite, Beine locker gestreckt oder angewinkelt, Bauch zum Teil offengelegt – ein Zeichen von Sicherheit und Geborgenheit
  • Rückenschläfer: liegt entspannt auf dem Rücken, alle Körperteile entspannt, ist schutzlos – ein großer Vertrauensbeweis oder aber gesundes Selbstbewusstsein
  • Bauchschläfer: liegt auf dem Bauch, Hinterbeine angewinkelt, kein vollständiges Entspannen der Muskeln möglich – kein Tiefschlaf, schnell bereit für Aktivitäten
  • Superman: alternative Form des Bauchschläfers, alle Beine nach vorne und hinten weggestreckt – kurze Ruhepause, schnell wieder Aktivität durch Aufspringen möglich, oft auch bei Welpen
  • Donut: zusammengerollt auf dem Bauch, Schnauze an Schwanzwurzel, vollkommener Schutz des Körpers – möchte es wohlig und kuschelig haben
  • Cuddle Mode: schläft nie allein, braucht Kuschelpartner oder Spielzeug in direkter Nähe
  • No name: sehr viele weitere individuelle, entspannende Schlafpositionen an den unterschiedlichsten Orten


Zum Schluss ein paar Tipps für die Wahl eines geeigneten Schlafplatzes bzw. Hundebettes:

  • Nicht mitten im Geschehen, sondern einen Rückzugsort schaffen
  • Nicht in der prallen Sonne
  • Weit genug entfernt von der Heizung und vor Zugluft geschützt
  • Kühl bei Sommerhitze
  • Auf passende Größe des Hundebettes achten, der Hund muss ausgestreckt darin liegen können
  • Bei der Wahl des Hundebettes auf gute Qualität (ggf. Viscoschaumfüllung) achten
  • Bezug sollte abnehmbar, waschbar sein oder aus pflegeleichtem, strapazierfähigem Material bestehen


Da jeder Hund ein Individuum ist, hat er auch gewisse Vorlieben bezüglich der Wahl seines Schlafplatzes. Während die einen die unbedingte Nähe zum Menschen suchen, benötigen die anderen mehr Distanz, um zur Ruhe zu kommen. Weitere Anregungen zum Thema Schlafplatz finden sich in den unten angegebenen Links.

Übrigens: "Schlafende Hunde soll man nicht wecken", da sich diese stark erschrecken und unerwartet reagieren könnten – auch in diesem Sprichwort steckt also Wahrheit. (Zitat: petspremium.de)


Quellen und Links:

https://www.fressnapf.de/magazin/hund/verhalten/schlafpositionen-beim-hund/

https://www.fressnapf.de/magazin/hund/ausstattung/schlafplatz/

https://www.veto-tierschutz.de/magazin/hunde-ratgeber/wie-viel-schlaf-braucht-ein-hund/

https://canosan.de/gelenkgesundheit-tipps/schlafposition-hund

https://www.hundeshop.de/das-schlafbeduerfnis-des-hundes/?

https://www.petspremium.de/inspiration/der-schlaf-von-hund-und-katze/?

https://www.blendivet.de/schlafbeduerfnisse-von-hunden

Foto: privat


12 April 2026